Aham Sphurana

Eine Auswahl von Lehren

aus

Sri Gajapathi Aiyyers unveröffentlichem 1936 Tagebuch

Bhagavan Sri Ramana Maharshi

Ein ehemaliger Klassenkamerad besucht Bhagavan

Herr Abdul Wahab, ein ehemaliger Klassenkamerad Sri Bhagavans an der American Mission High School in Madurai, stattete dem Ashram einen Besuch ab. Der Meister strahlte vor Freude, ihn zu sehen. Dann tauschten sowohl der Meister als auch sein ehemaliger Klassenkamerad in der Halle ihre Erinnerungen aus.
B: In jenen Tagen spielte ich sehr gerne Fußball. Sahib [so sprach Sri Bhagavan den muslimischen Herrn an] achtete besonders darauf, dass er immer auf der gleichen Seite wie ich spielte. Einmal verletzte ich mich beim Spielen an meinem rechten Bein, das sich daraufhin entzündete und anschwoll. Sahib brachte mich in ein nahe gelegenes Krankenhaus und sorgte dafür, dass eine Medizin auf die betroffene Stelle aufgetragen wurde. Erst nachdem die Schwellung etwas abgeklungen war, konnte ich nach Hause zurückkehren; da ich sonst von den Erwachsenen, die nicht im Geringsten damit einverstanden waren, dass ich mich an irgendwelchen Spielen beteiligte, ausgeschimpft worden wäre.

 

AW: Es beunruhigt mich, wenn ich darüber nachdenke, dass ich Bhagavan so viele Jahre lang vertraulich beim Namen genannt habe, ohne seine Größe zu erkennen oder sie zu realisieren. Venkateswaram Aiyyer war der Name, der Sri Bhagavan bei seiner Geburt gegeben wurde, da der Kuladheivam ihrer Familie Thirupathi Venkatachalapathy war; zur Zeit seiner Einschulung wurde er jedoch aus irgendeinem Grund in Venkatraman geändert.

Sri Bhagavan nahm mich oft samstags zum Thirupparangundram Murugar Kovil mitzunehmen. Er bestand darauf, dass ich zusammen mit ihm die Schreine der verschiedenen Götter besuchte und den Tempel umrundete. Ich protestierte und verwies darauf, dass ich dem islamischen Glauben angehöre, in dem die Anbetung von Götzen als Ungehorsam und Ketzerei gilt, aber er setzte sich immer über meine Einwände hinweg, und sagte, dass diese Unterschiede nicht in Gott seien, sondern lediglich vom Menschen geschaffen wurden.

Bhagavan nahm mich auch gelegentlich mit nach Thirucchuzhi; er fuhr regelmäßig dorthin, um seine Familie zu besuchen. Bhagavans Mutter war eine orthodoxe Brahmanin, aber dennoch gab sie mir Essen, wann immer sie mich sah. Wenn ich es gelegentlich ablehnte, ihn zu begleiten, dann überreichte er mir am nächsten Tag eine Tiffin-Box mit den Worten: „Mutter hat mich gebeten, dir dieses Essen zu geben.“ So freundlich war Bhagavans Mutter!

Sowohl der Moslem als auch Sri Bhagavan hatten an diesem Punkt feuchte Augen, und der Meister blickte plötzlich von der Halle weg zum Fenster und verharrte dort für einige Zeit. Als er sich verabschiedete, überreichte der Moslem dem Meister eine kleine Menge Thangabhasmam und sagte: „Ich habe es speziell für Sri Bhagavan besorgt, da ich weiß, dass er Asthmatiker ist.“
B: Das kann nicht angenommen werden. Es gibt so viele Asthmatiker auf der Welt. Wenn sie alle nach Thangabhasmam verlangen, wird dann die Menge an Gold, die auf der Erde übrig ist, ausreichen? Außerdem, warum all diese ausgefallenen Dinge für mich? Kann ich mir solche Dinge leisten? Ich bin ein Daridranarayanan [im Dienste der Armen], der sich mit dem begnügt, was da ist. Solche exotischen Dinge sind für diejenigen, die einen Geschmack dafür haben und es sich leisten können. Was kann ich mir leisten? Nichts. Selbst das Koupeenam, das ich trage, wurde mir von jemand anderem geschenkt und nicht von mir verdient. Welches Recht habe ich, an diesen ausgefallen Genüssen teilzuhaben? Etwas பழையது [ ] mit etwas Buttermilch genügt mir.


AW: [mitleidig] Aber wird Bhagavan mir zuliebe nicht seine Meinung ändern und mein Geschenk annehmen?

Eine Stimme in der Nähe des Sofas sagte: „Es ist ein Zeichen der Liebe und Zuneigung des Herrn zu Bhagavan. Bhagavan muss es freundlicherweise um unseretwillen annehmen, wenn nicht sogar um seinetwillen.“ Doch der Meister ließ sich nicht überzeugen.
B: Warum all diese ausgefallenen Sachen? Sie haben selbst Familienmitglieder, die an Asthma leiden: ist es nicht so? Ist dieser Körper wichtiger oder in irgendeiner Weise besser als jene Körper? Wie kommt es, dass du sie ignorierst und mir diese Medizin bringst? Wenn du sie denen gibst, die sie wirklich brauchen, werden sie glücklich sein. Ich habe keine Verwendung für solche Dinge. Ich kann nicht denken: „Oh, wir nehmen Medizin für unsere Gesundheit“ und mich dabei glücklich fühlen. (lächelt still vor sich hin). Ich hoffe, du bist mir nicht böse … !

Die beiden Schulfreunde lachten herzlich. Der muslimische Gentleman warf sich vor dem Meister nieder und verließ die Halle.

Editiert von John David Okt 2021

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