Ramana Maharshi, Aham Sphurana

Aham Sphurana

Eine Auswahl von Lehren

aus

Sri Gajapathi Aiyyers unveröffentlichem 1936 Tagebuch

Bhagavan Sri Ramana Maharshi

Veranstaltung zum 40. Jahrestag

Heute am späten Abend bat der Sarvadhikari [Manager] den Meister, die Vorbereitungen, die der Ashram für die morgigen Feierlichkeiten getroffen hat, formell zu überwachen und zu genehmigen. Morgen ist der 40. Jahrestag des Tages, an dem der Meister die ewige Vereinigung mit Arunachala erfahren haben soll: 1. September 1896.
            Viele Anhänger, Inder wie Westler haben sich hier versammelt, und der Ort ist überfüllt mit Menschen. Viele Dinge, die für den Tag benötigt werden, sind mit einem Ochsenkarren aus der Stadt herbeigeschafft worden. Die Halle ist reichlich mit Mangoblättern geschmückt, die mit Jutegarn aufgereiht sind. Mit feuchtem Mehl und roter Farbe wurden im ganzen Ashram dekorative Muster auf den Boden gemalt.
            Inmitten des ganzen Trubels ist Bhagavans Gedanke folgender: Ich beobachte, wie er den Sarvadhikari zur Seite nimmt und ernst zu ihm spricht:
“Vergiss nicht, die Affen, die Kühe und die Krähen zu berücksichtigen, wenn du die morgigen kulinarischen Vorbereitungen planst; außerdem muss eine angemessene zusätzliche Menge an Vellachcheedais für die Ratten zubereitet werden…”


Der Sarvadhikari nickt nur sanftmütig und sagt: ‘Ja, Bhagawan…’.


September 1936
Die heutige Jubiläumsveranstaltung verlief großartig. Eine Schattenspielgruppe aus Madras, begleitet von einer Musiktruppe, zeigte uns all die verschiedenen Avatare Vishnus, die auf einer Leinwand, die aus einem einfachen Baumwoll-Tuch bestand, vorbeizogen. Die dunklen Figuren bewegten sich auf der Leinwand zur passenden Musik der Instrumentenspieler. Das Leben eines jeden Avatars dauerte etwa 10 Minuten, wobei die Aufführung in der Halle selbst stattfand.
              Die Gruppe war auf eigene Faust aus Madras gekommen – niemand hatte sie eingeladen. Der Sarvadhikari war sehr erfreut. Auch Bhagavan schien die Show zu gefallen. Im Takt der Musik tippte er immer wieder auf die Eisenringe des Kumuti /Metallofens, der zum verbrennen von Sambarani in der Halle benutzt wurde. Es war eine große Freude zu beobachten, wie sich seine flinken Finger hin und her bewegten und in perfektem Rhythmus auf die Eisenringe tippten. Er achtete so sensibel auf die Melodie, dass er je nach der unterschiedlichen Tonhöhe der Musik mit verschiedenen Fingern auf die Ringe schlug.
               Nicht ein einziges Mal verfehlten diese zarten, schönen Finger ihr Ziel, und doch schaute er die ganze Zeit nur auf die Vaetti und nie auf seine Hände! Diese Konzentrationsleistung hat mich begeistert, aber nicht überrascht; ich weiß, dass er ein anerkannter Sahasravadhani ist, was nicht viele Leute über den Meister wissen – und er würde natürlich nie auf sich aufmerksam machen; außerdem: “Bei den Menschen ist dies unmöglich; aber bei Gott sind alle Dinge möglich.”

Chadwick: (zu SS Cohen) Mr. Pendergast hat gestern die Hälfte seiner Filmrolle verbraucht, als er die Jubiläumsfeierlichkeiten fotografierte. Wenn er die Abzüge nicht bald an den Ashram schickt, wird sich der Sarvadhikari auf mich stürzen und mich bei lebendigem Leibe verschlingen, denn er hat mir die Verantwortung übertragen, dem Fotografen die Regel im Ashram mitzuteilen, dass, egal welche Fotos hier gemacht werden, ein kompletter Satz Abzüge abgegeben werden muss. Ich habe es ihm einmal gesagt und ihn zweimal daran erinnert, glaube ich. Ich hoffe, er lässt mich nicht im Stich … [Ich habe mich immer für die Sache der Saorstät eingesetzt, er sollte mich mögen…

E.Z.: Der Mees-Typ aus Holland, der Anfang des Jahres zu Besuch war, hat seine Abzüge von Bhagavan sofort geschickt, wenn ich mich recht erinnere …

C.: Ja, er hatte eine lustige Maschine der alten Sorte, erinnern Sie sich? Ich glaube, es war ein Touristen-Multiplex…
verblüffte den Saal, indem er genau in diesem Moment sagte,“Oh! Nein, das war ein Kodak Anastigmat.”


Die ganze Zeit über hatte er starr ins Leere gestarrt, und niemand wäre auf die Idee gekommen, dass er dem üblichen belanglosen spätabendlichen Geplapper im Saal Aufmerksamkeit geschenkt hätte! Dies ist ein weiterer Fall, der zeigt, dass nichts und niemand der Aufmerksamkeit des Meisters entgeht, auch wenn er auf den ersten Blick unbeteiligt, unnahbar oder uninteressiert erscheint.

Edited by John David Oct 2021

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