Ma Souris

„Wenn du bereit bist, wird der Guru bei dir sein.“

Hier gehts zur Übersicht von allen Interviews von John David mit spirituellen Meistern

Interview mit Ma Souris von John David
– Liebe, Präsenz und Erwachen

Ich traf Ma Souris im Jahr 2003, als sie Ende achtzig war. Sie lebte auf einfache Weise mit einer kleinen Gruppe von Devotees im Norden von Andhra Pradesh. Ich war von ihrer wunderschönen Singstimme beeindruckt. Jeden Morgen saß sie da und arrangierte Vasen mit Schnittblumen für die Schreine und Pujas (Andachtszeremonien). Während des Interviews wirkte sie eher eindrucksvoll und streng, doch später, bei einem Ausflug an den Strand, zeigte sich ein leichteres, schelmisches kleines Mädchen in ihr.

– John David

Questions and Answers

Sri Ramana proposed the fundamental question, ‘Who am I?’* Who are you?

Many Western seekers come to India looking for enlightenment as if it is an experience. What is enlightenment?

Are there any qualifications for enlightenment? Is sadhana (spiritual practice) necessary? If yes, what form do you advise?

Sri Ramana said that Self-enquiry is the most direct route to realising the Self. What do you say about Self-enquiry? How to conduct Self-enquiry?

When Sri Ramana was asked, ‘When will the realisation of the Self be gained?’ he replied, ‘When the world which is what-is-seen has been removed, there will be realisation of the Self which is the seer.’* What is the true understanding of the world? How to remove the world?

It has been suggested that the mind must be destroyed for liberation to occur. Do you have a mind? Sri Ramana used the term manonasha to describe the state of liberation, meaning destroyed mind. How to destroy the mind?

What about vasanas, the tendencies of the mind? Must these be removed before Self-realisation can become permanent? Is it enough to achieve a sattvic (calm and peaceful) state of mind and to know one’s vasanas so that they no longer bind? How to remove the vasanas?

Sri Ramana’s devotees had tremendous devotion to him, and he to Arunachala. Please say something about bhakti, devotion, in the pursuit of awakening.

It appears essential to meet a guru and stay with that guru. Who is the guru? What is the guru’s role? How to recognise a true guru?

Seekers often have curious ideas about the enlightened state. Please describe your typical day and how you perceive the world.

You have given us a profound discourse on awakening. When you meet a passion for awakening, what would your short advice be?

Ma Souris's Lehre

Ma Souris’ Lehre trägt eine seltene Verbindung aus Intensität, Hingabe und kompromissloser Einfachheit in sich. Im Zentrum ihrer Botschaft steht das Verständnis, dass Selbstverwirklichung nichts ist, das man gewinnen, erreichen oder besitzen kann, sondern das Auflösen all dessen, was falsch ist und was man für sich selbst hält. Immer wieder führt sie Suchende zur Quelle des Denkens zurück und drängt sie, Selbsterforschung nicht als intellektuelle Übung zu behandeln, sondern als eine tiefe innere Bewegung jenseits des Verstandes. Für Ma Souris ist die Frage „Wer bin ich?“ nicht dazu gedacht, eine Antwort hervorzubringen. Sie ist ein Feuer, das die Illusion verbrennt. Sie macht deutlich, dass das wahre Hindernis nicht mangelndes Wissen ist, sondern das Fehlen einer totalen Sehnsucht. Verwirklichung verlangt ihrer Ansicht nach ungeheuren Glauben, Leidenschaft und die Bereitschaft, die Persönlichkeit vernichten zu lassen. Ohne diese innere Bereitschaft bleiben Suchende an Erfahrungen, Konzepten und am Trost einer spirituellen Identität haften. Ihre Lehre legt außerdem großen Nachdruck auf den Guru. Ma Souris sagt, dass nur der Guru die Vasanas wirklich entfernen und den Suchenden über den Verstand hinaus führen kann. Doch der äußere Guru weist letztlich auf den inneren Guru hin, auf das Selbst selbst. Sie beschreibt Hingabe und Selbsterforschung als untrennbar: Wissen ohne Hingabe bleibt trocken, während wahre Hingabe den Weg dafür öffnet, dass Gnade wirken kann. Gleichzeitig ist ihr Ansatz bemerkenswert direkt und unsentimental. Sie weist große Vorstellungen von Erleuchtung zurück und weigert sich, daraus etwas Besonderes zu machen. Man gewinnt nichts, sagt sie; vielmehr wird man nichts. Was bleibt, wenn die Gedanken zur Ruhe kommen, ist nicht Leere im negativen Sinn, sondern das Selbst als die Ganzheit der Existenz. Ihre Lehre lädt den Suchenden in die Stille, in Ehrlichkeit, Hingabe und in den Mut ein, bei der Selbsterforschung zu bleiben, bis selbst der Suchende verschwindet.

erscheint in

Facetten des Erwachens - Indische Meister

Indische spirituelle Meister

John David hat sechzehn bedeutende indische spirituelle Meister interviewt. Das Ergebnis ist ein Kompendium erstaunlicher Weisheit über das größte Geheimnis aller Zeiten: die Natur unseres wahren Selbst und wie man sie verwirklicht.

Dieses Buch beantwortet alle Fragen der spirituellen Suche und richtet sich an alle, die den inneren Drang verspüren, herauszufinden, wer sie wirklich sind.

Facetten des Erwachens

Andere Ramana Maharshi Bücher

Aham Sphurana – A Glimpse of Self Realisation [Volume 1]

Fascinating dialogues and stories of Ramana Maharshi recorded by Sri Gajapathi Aiyyer in the summer 1936, at Ramana Ashram.

Vichara – Self Enquiry,
Who am I? [Volume 2]

Vichara offers a fresh and focused exploration of Bhagavan Sri Ramana Maharshi’s most profound teaching: Self-enquiry.

Sharanagathi – Surrender,
Letting go. [Volume 3]

Sharanagathi explores Bhagavan’s direct and powerful path of dissolving the ego through surrender.

Arunachala Shiva – Commentaries on Sri Ramana Maharshi's Teachings

Nan Yar – 
Who am I?

Who am I?

Blueprints for Awakening – European Masters

Nan Yar – 
Who am I?

Who am I?

Arunachala Shiva

European Masters

Biografie

Ma Souris, die Tochter des Telugu-Schriftstellers Chalam, wuchs in einem stark westlich geprägten Haushalt auf und lehnte Bhagavan Ramana Maharshi zunächst fast instinktiv ab. Mit vierzehn Jahren, nachdem sie sein Foto in einer Zeitung gesehen hatte, urteilte sie hart über ihn und tat seinen Namen und seine Titel als künstlich ab.

Ihre Sicht änderte sich nach dem ersten Besuch ihres Vaters im Sri Ramanasramam im Jahr 1936. Als sie hörte, wie er Bhagavans Lehre erklärte – dass Geist, Sinne und Körper nicht das Wirkliche sind und dass man das wahre „Ich“ entdecken müsse –, spürte sie, dass dies direkt auf Fragen verwies, die sie seit ihrer Kindheit in sich trug. Sie las Wer bin ich?, begann mit der Praxis der Selbsterforschung und erlebte durch die Meditation zunehmende Stille, Hingabe und inneren Gewinn.

Als sie Bhagavan schließlich in Arunachala begegnete, fühlte sie sofort ein wortloses Wiedererkennen und fiel in seiner Gegenwart oft in tiefe Versenkung. Obwohl sie anfangs mit den Ritualen des Ashrams zu kämpfen hatte, veränderte die aufrichtige Hingabe der anderen ihre Haltung, und sie begann, Schönheit in allem zu sehen, was Bhagavan tat. Im Januar 1950 zogen sie und ihr Vater dauerhaft nach Arunachala; wenige Wochen später starb Bhagavan, und sie blieben in der Nähe seines Samadhi, weil sie fühlten, dass es keinen anderen Ort gab, an den sie gehen konnten.

„Die Frage ‚Wer bin ich?‘ ist nicht dafür bestimmt, vom Verstand beantwortet zu werden, sondern dafür, dass sich das falsche Selbst in ihr auflöst.“

– Ma Souris

„Ohne Sehnsucht bleibt die Selbsterforschung nur ein Gedanke; mit Feuer wird sie zu einer Tür zum Selbst.“

– Ma Souris