Ramana Maharshi, Aham Sphurana

Das Ende aller Weisheit
ist Liebe, Liebe, Liebe.

- Ramana Maharshi

Aham Sphurana

Eine Auswahl von Lehren

aus

Sri Gajapathi Aiyyers unveröffentlichem 1936 Tagebuch

Bhagavan Sri Ramana Maharshi

Liebe ist

23. August, 1936

Heute Morgen, als ich die Halle betrat, lächelte mich Sri Bhagavan süß an, wie ein Kind, und reichte mir einen Brief mit den Worten,

 ‘ உனக்கு இது பிடிக்கும் , பாரேன் !. ‘ [‘Siehst du, das wird dir gefallen!’]  

Pikiert entfaltete ich ihn und las ihn. Er war von einem Mons. Alfred E. Sorensen, und lautete wie folgt [aus dem Gedächtnis wiedergegeben] –

Oh! Meister des furchtbaren Berges! Ich war früher wie ein dreckiges Schwein, das mit eifrigem Genuss die von den Sinnesorganen ausgeschiedenen Exkremente verzehrte. Ich kam mit einem ruhelosen Geist, um frech deine Echtheit zu prüfen, aber in dem Moment, in dem deine Augen auf mich fielen, wurde ich bewegungslos wie du, denn du hast gnädigerweise mein bösartiges Vermögen der Behauptungsherstellung vernichtet, das arrogant “Ich” erklärte, und mich in meinen eigenen inneren Zustand des Absoluten Seins versenkt, das in Wahrheit nur du bist.
             Jeden Tag küsse ich den Staub Deiner heiligen Füße, denn indem Du mich ein für allemal in dem unergründlichen Ozean der Freude, der in Wahrheit Du bist, ertränkt hast, hast Du meinen verräterischen Verstand für immer verschlungen. Jetzt lebe ich nur noch in der Liebe zu Dir. Ich habe mich glücklich in Dir verloren, der Du die Liebe selbst bist. Niemals mehr wird es dem Elend der Welt gelingen, mich aufzuspüren, denn ich sehe in ihnen nur Dich, die Liebe.   
              Als Deine allwissenden Augen sich in die meinen bohrten und sagten: “ES GIBT NICHTS”, zerrte mein Herz von innen, und da ich wusste, dass Du es warst, der rief, folgte ich demütig. Dort wurde ich zur NACHT gemacht; jetzt bin ich NICHT. Jetzt streife ich durch das Universum wie ein ungezügeltes wildes Tier und weiß nicht, was ich tue und warum. Alles, was ich jetzt kenne, bist du, in dem es kein Ich gibt.
             Mein Meister war so freundlich, mir durch Mr. Hurst mitteilen zu lassen, dass er mich als Sahajajnâni oder natürlichen Mystiker ansieht. Aber meine Freude besteht darin, zu wissen, dass diese hässliche Form – die ich einst als eins mit mir selbst betrachtete – einen Platz im Gedächtnis meines geheiligten Meisters gefunden hat! Obwohl es jetzt keine Frage mehr ist, dass irgendetwas außer meinem Meister bleibt, schmerzt mein Herz, wenn ich seine physische Gestalt wieder erblicken kann. Möge Sri Bhagavan mir diesen Wunsch schnellstmöglich erfüllen! [Verabschiedung:] Bhagavans Liebe

G.: Wer ist dieser Mann?
B.: Er kam Anfang des Jahres hierher, vielleicht auf Einladung von Mr. Brunton.


G.: Bhagavan hat einen Blick auf ihn geworfen, und er hat den Endzustand erreicht?!
B.: (blinzelnd) Bhagavan veranlasst nichts, was geschieht. Warum denkst du: “Oh! Ich sitze jeden Tag in der Halle, höre jeden Tag Berichte von Menschen, die erhabene, transformierende, spirituelle Erfahrungen von Bhagavan erhalten, und höre jeden Tag eifrig Bhagavans Lehren zu – wann wird das alles Früchte tragen, und wann werde ich ein Jnani werden? Ist die Verlockung von Jnana für dich so verlockend?!” [lacht]


G.: Oh! Nein. In dem Moment, als ich hierher kam und Bhagavan mich ansah, habe ich alles über mich selbst vergessen. Jetzt denke ich nur noch an Bhagavan, der bereits ein Jnani ist. Also, für wen soll ich Jnana erbitten?
B.: Das Geheimnis von Jnana ist bhakti. Selbstlose Liebe – motivlose, unaufhörliche, unnachgiebige Liebe – ist der Schlüssel, der das Tor des Herzens ein für allemal aufschließt. Sehnt und sehnt euch inbrünstig nach Ihm, nicht um eure Unwissenheit zu zerstören, sondern nur, weil eine solche Liebe [für euch] möglich ist. Nur derjenige, der so wahnsinnig zu lieben weiß, hat den Zweck der menschlichen Geburt erfüllt; er braucht nicht wiedergeboren zu werden. Die Lieblosen kehren immer wieder in den fauligen Ozean des Samsara zurück, um mehr und mehr zu leiden.


G.: Jedem, der hierher kommt, empfiehlt Bhagavan nur Vichara.
B.: Vichara ist ein Mittel, um die Unwissenheit zu beseitigen, die die Liebe daran hindert, hervorzustrahlen – denn die Natur des Selbst ist die Liebe selbst. Liebe kann nicht als Sadhana praktiziert werden. Alles, was möglich ist, ist, sich ihr hinzugeben. So etwas wie das Einimpfen von Liebe gibt es nicht.
           Die Liebe ist bereits da. Sie allein IST. Alles, was ihr tun müsst, ist, die Gedanken aufzugeben, die euch dazu bringen, euch vorzustellen, dass ihr von der Liebe getrennt seid, und so in der Liebe zu verschmelzen. Dann gibt es nur noch die Liebe, die eine Glückseligkeit jenseits aller Vorstellungskraft ist. Für jemanden, der die ekstatische Freude der willenlosen Liebe entdeckt hat, ist Sadhana eine lächerliche Absurdität. Denjenigen, die um Rechtfertigung bitten, können wir sagen, dass eine solche Liebe nur in Seelen erblüht, die ihre Sadhanas in früheren Geburten vervollkommnet haben.

G.: Aber unter den Sadhanas [Praktiken] ist Vichara die beste?
B.: Zweifelsohne.

Edited by John David Oct 2021

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